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Ratgeber

700 brutto in netto: Was bleibt bei geringem Einkommen wirklich übrig?

Bei 700 Euro brutto liegt das Netto je nach Abzügen meist zwischen 600 und 700 Euro, da oft keine Lohnsteuer anfällt.

Lohnsteuer und Sozialabgaben im Überblick: 700 brutto in netto

Du fragst dich, wie viel von deinen 700 Euro brutto am Ende auf deinem Konto landet? Das ist eine berechtigte Frage, denn gerade bei niedrigen Einkommen spielen Steuern und Abgaben eine besondere Rolle. In diesem Artikel erklären wir dir, welche Abzüge bei 700 Euro brutto anfallen können und wie du dein Netto selbst abschätzen kannst.

Warum 700 Euro brutto ein Sonderfall sind

700 Euro brutto im Monat liegen deutlich unter dem Durchschnittsverdienst von rund 4.784 Euro (Destatis, April 2025) und auch unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde (ab 1. Januar 2026). Bei einer 40-Stunden-Woche wären das etwa 2.410 Euro brutto. 700 Euro entsprechen also nur einer Teilzeitbeschäftigung mit wenigen Stunden oder einer kurzfristigen Tätigkeit. Das hat direkte Auswirkungen auf deine Abzüge.

Lohnsteuer: Bei 700 Euro brutto meist null

Der Grundfreibetrag für die Einkommensteuer liegt 2026 bei etwa 12.348 Euro im Jahr. Das sind rund 1.029 Euro pro Monat. Da 700 Euro brutto monatlich (8.400 Euro jährlich) unter diesem Freibetrag liegen, zahlst du in der Regel keine Lohnsteuer – egal ob Steuerklasse I, II, III, IV, V oder VI. Auch der Solidaritätszuschlag entfällt. Kirchensteuer wird nur fällig, wenn du Kirchenmitglied bist, aber auch dann ist der Betrag minimal, da die Bemessungsgrundlage (Lohnsteuer) null ist.

Sozialabgaben: Der entscheidende Faktor

Ob und welche Sozialabgaben von deinen 700 Euro brutto abgezogen werden, hängt von der Art deiner Beschäftigung ab:

  • Sozialversicherungspflichtige Teilzeit: Wenn du regulär angestellt bist, zahlst du den Arbeitnehmeranteil zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Die Sätze 2026 (für einen kinderlosen Arbeitnehmer in der gesetzlichen KV) betragen:
  • Krankenversicherung: 8,75 %
  • Rentenversicherung: 9,3 %
  • Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
  • Pflegeversicherung: 2,4 %
  • Summe: ca. 21,75 %

Von 700 Euro brutto wären das rund 152 Euro Abzüge. Dein Netto läge bei etwa 548 Euro.

  • Minijob: Die Minijob-Grenze liegt 2026 bei 520 Euro. 700 Euro liegen darüber, also ist kein Minijob möglich. Falls du irrtümlich als Minijob gemeldet bist, müsste dein Arbeitgeber pauschal 15 % KV und 15 % RV zahlen – du selbst hättest keine Abzüge. Aber das ist bei 700 Euro nicht zulässig.

  • Kurzfristige Beschäftigung: Arbeitest du nur für maximal 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr und verdienst dabei 700 Euro brutto, bist du sozialversicherungsfrei. Dann behältst du die vollen 700 Euro netto. Voraussetzung ist, dass die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

Steuerklasse und weitere Faktoren

Deine Steuerklasse beeinflusst bei 700 Euro brutto kaum etwas, da ohnehin keine Lohnsteuer anfällt. Allerdings kann die Steuerklasse für die Berechnung des Krankenkassenbeitrags relevant sein (z. B. bei freiwilliger Versicherung). Auch Kinderfreibeträge oder ein höherer Krankenkassen-Zusatzbeitrag (je nach Kasse) können das Netto leicht verändern. Unser Brutto-Netto-Rechner hilft dir, deine individuelle Situation durchzurechnen.

Beispielrechnung für 700 brutto in netto

Nehmen wir an, du bist ledig, kinderlos, in Steuerklasse I, gesetzlich krankenversichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag und wohnst in einem Bundesland ohne Kirchensteuer. Dann sieht die Rechnung so aus:

  • Bruttogehalt: 700,00 €
  • Lohnsteuer: 0,00 €
  • Solidaritätszuschlag: 0,00 €
  • Krankenversicherung (8,75 %): 61,25 €
  • Rentenversicherung (9,3 %): 65,10 €
  • Arbeitslosenversicherung (1,3 %): 9,10 €
  • Pflegeversicherung (2,4 %): 16,80 €
  • Netto: ca. 547,75 €

Hast du Kinder, sinkt der Pflegeversicherungsbeitrag auf 1,8 % (ohne Zuschlag für Kinderlose). Dann wären es nur 12,60 € Abzug, und dein Netto läge bei etwa 551,95 €. Bei Kirchensteuer (8 % der Lohnsteuer) ändert sich nichts, weil die Lohnsteuer null ist.

Was tun, wenn du mehr Netto brauchst?

Wenn 700 Euro brutto für dich nicht ausreichen, gibt es Möglichkeiten, dein Einkommen zu steigern: Mehr Stunden arbeiten, einen Nebenjob anmelden (Achtung: Freibeträge beachten) oder eine Gehaltserhöhung ansprechen. Auch ein Wechsel der Krankenkasse mit niedrigerem Zusatzbeitrag kann ein paar Euro sparen. Lies dazu unseren Ratgeber mit Tipps zu Gehaltsverhandlungen und Steueroptimierung.

Fazit

Bei 700 Euro brutto bleibt dir in den meisten Fällen ein Netto zwischen 548 und 700 Euro – je nachdem, ob Sozialabgaben anfallen oder nicht. Die Lohnsteuer spielt keine Rolle. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner, um deine persönliche Situation genau zu berechnen. Denk daran: Die genauen Abzüge hängen von vielen Faktoren ab, daher sind alle Angaben ohne Gewähr. Bei Fragen wende dich am besten an einen Steuerberater oder die Lohnbuchhaltung deines Arbeitgebers.

Selbst nachrechnen

Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).

Abzugswasserfall

Vom Brutto zum Netto

Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.

€ brutto

Steuerklasse

Netto / Monat

2.513 €

Abzüge

1.987 €

Brutto
4.500 €
Lohnsteuer
1.008 €
Krankenversicherung
394 €
Rentenversicherung
419 €
Arbeitslosenversicherung
59 €
Pflegeversicherung
108 €
Netto
2.513 €

Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.

Häufige Fragen

Was bleibt von 700 brutto netto?

Bei 700 Euro brutto und Steuerklasse I fällt in der Regel keine Lohnsteuer an, da der Betrag unter dem Grundfreibetrag liegt. Die Sozialabgaben hängen von der Art der Beschäftigung ab: Bei einem Minijob (bis 520 €) sind pauschal 15 % KV und 15 % RV fällig – 700 € überschreitet diese Grenze jedoch. In einem sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjob betragen die Arbeitnehmeranteile (KV 8,75 %, RV 9,3 %, AV 1,3 %, PV 2,4 %) zusammen etwa 21,75 %. Das Netto liegt dann bei rund 548 €. Ohne SV-Abzüge (z. B. bei kurzfristiger Beschäftigung) bleiben dir die vollen 700 €.

Welche Abzüge fallen bei 700 Euro brutto an?

Die Abzüge hängen von deiner Steuerklasse und deinem Versicherungsstatus ab. In Steuerklasse I zahlst du bei 700 € brutto keine Lohnsteuer und keinen Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer fällt nur an, wenn du Kirchenmitglied bist. Die Sozialabgaben sind der größte Posten: Krankenversicherung (8,75 %), Rentenversicherung (9,3 %), Arbeitslosenversicherung (1,3 %) und Pflegeversicherung (2,4 % für Kinderlose). Insgesamt rund 21,75 % vom Brutto. Bei einem Minijob (520 €-Grenze) gelten pauschale Sätze, aber 700 € sind kein Minijob mehr.

Ist 700 Euro brutto ein Minijob?

Nein, die Minijob-Grenze liegt 2026 bei 520 Euro monatlich. 700 Euro brutto überschreitet diese Grenze deutlich. Damit bist du in der Regel sozialversicherungspflichtig beschäftigt, es sei denn, es handelt sich um eine kurzfristige Beschäftigung (maximal 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr). In diesem Fall entfallen die Sozialabgaben, und du erhältst die vollen 700 Euro netto. Für eine genaue Einordnung nutze am besten unseren [Brutto-Netto-Rechner](/rechner).

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