Ratgeber
Brutto zu Netto: So berechnest du dein Gehalt – inklusive mindestlohn aktuell
Bei einem Bruttogehalt von 2.410 € (Mindestlohn 2026) bleiben in Steuerklasse I netto rund 1.750–1.850 € übrig – abhängig von Krankenkasse und Bundesland.
Brutto zu Netto: So berechnest du dein Gehalt – inklusive mindestlohn aktuell
Jeden Monat siehst du auf deiner Gehaltsabrechnung: Brutto steht oben, Netto kommt unten an. Doch was passiert dazwischen? In diesem Artikel erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du von Brutto zu Netto kommst – mit konkreten Beispielen, den aktuellen Sozialversicherungssätzen 2026 und natürlich dem mindestlohn aktuell. Egal ob du gerade deinen ersten Job suchst oder dein Gehalt besser verstehen willst – hier bekommst du die Fakten.
Die wichtigsten Abzüge: Lohnsteuer und Sozialversicherung
Vom Bruttogehalt werden zwei große Blöcke abgezogen:
- Lohnsteuer – gestaffelt nach Steuerklasse und Höhe des Einkommens. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei etwa 12.348 € pro Jahr. Erst ab diesem Betrag fällt Lohnsteuer an. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag (5,5 % der Lohnsteuer, aber nur für höhere Einkommen).
- Sozialversicherungsbeiträge – gesetzlich festgelegt und paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Dein Anteil (Arbeitnehmeranteil) beträgt 2026:
- Krankenversicherung (KV): 8,75 % (zzgl. kassenindividueller Zusatzbeitrag, im Schnitt ca. 1,3 %)
- Rentenversicherung (RV): 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung (AV): 1,3 %
- Pflegeversicherung (PV): 2,4 % (für Kinderlose; mit Kindern günstiger)
Die Summe dieser Abzüge ergibt dein Nettogehalt. Ein Brutto-Netto-Rechner kann dir den genauen Betrag für deine persönliche Situation berechnen.
Beispielrechnung: Mindestlohn aktuell (2026)
Nehmen wir den mindestlohn aktuell: Ab 1. Januar 2026 beträgt er 13,90 € pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche (ca. 173 Stunden pro Monat) ergibt sich ein Bruttomonatsgehalt von rund 2.410 €.
Für einen ledigen Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kinder, gesetzlich krankenversichert (angenommener Zusatzbeitrag 1,3 %), ohne Kirchensteuer, ergibt sich folgende grobe Schätzung:
- Lohnsteuer: ca. 130–150 € (abhängig vom genauen Jahreseinkommen)
- Solidaritätszuschlag: entfällt bei diesem Einkommen
- KV: 8,75 % + 1,3 % = 10,05 % → ca. 242 €
- RV: 9,3 % → ca. 224 €
- AV: 1,3 % → ca. 31 €
- PV: 2,4 % → ca. 58 €
- Summe Abzüge: ca. 685–705 €
- Netto: ca. 1.705–1.725 €
Das ist nur ein Richtwert. Je nach Krankenkasse, Bundesland (z. B. Zusatzbeitrag variiert) und Kirchensteuer kann das Netto zwischen 1.650 € und 1.850 € liegen. Eine genaue Berechnung findest du in unserem Ratgeber oder direkt im Rechner.
Weitere Beispiele aus der Praxis
Die folgende Tabelle zeigt typische Bruttogehälter aus verschiedenen Berufen (Quelle: Destatis, eigene Schätzungen) und das ungefähre Netto in Steuerklasse I (ohne Kinder, ohne Kirchensteuer):
| Beruf | Brutto/Monat | Netto (ca.) |
|---|---|---|
| Verkäufer | 2.800 € | 1.950–2.050 € |
| Elektriker | 3.600 € | 2.400–2.550 € |
| Krankenpfleger | 3.800 € | 2.500–2.650 € |
| Buchhalter | 3.900 € | 2.550–2.700 € |
| Lehrer | 4.200 € | 2.700–2.850 € |
| Personalsachbearbeiter | 3.700 € | 2.450–2.600 € |
| Ingenieur | 5.200 € | 3.200–3.400 € |
| Softwareentwickler | 5.500 € | 3.350–3.550 € |
Hinweis: Die Nettospannen sind Schätzungen. Dein tatsächliches Netto hängt von vielen Faktoren ab.
Was beeinflusst dein Netto noch?
Neben Steuerklasse und Kinderfreibeträgen spielen folgende Punkte eine Rolle:
- Kirchensteuer: 8 % bzw. 9 % der Lohnsteuer (je nach Bundesland)
- Krankenkasse: Der Zusatzbeitrag variiert von Kasse zu Kasse (2026 zwischen ca. 0,8 % und 1,8 %)
- Bundesland: In Sachsen beträgt der PV-Zuschlag für Kinderlose 2,4 %, in anderen Ländern 2,4 % (einheitlich)
- Beitragsbemessungsgrenzen: Für RV und AV liegt die Grenze 2026 bei 8.050 €/Monat (West) bzw. 7.550 € (Ost) – darüber zahlst du keine weiteren SV-Beiträge
Wer sein Netto maximieren möchte, sollte die Wahl der Steuerklasse und ggf. den Wechsel der Krankenkasse prüfen. Unser Themen-Bereich bietet dazu vertiefende Artikel.
Fazit: Vom Brutto zum Netto – kein Hexenwerk
Die Berechnung von Brutto zu Netto ist mit den richtigen Zahlen gut nachvollziehbar. Der mindestlohn aktuell zeigt, dass selbst bei niedrigem Einkommen noch rund 70–75 % des Bruttos als Netto übrig bleiben. Bei höheren Gehältern sinkt dieser Prozentsatz aufgrund der progressiven Lohnsteuer. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner, um deine persönliche Situation genau zu berechnen – und lies im Ratgeber weiter, um noch mehr über Steuern und Sozialabgaben zu erfahren.
Alle Angaben basieren auf dem aktuellen Rechtsstand (2026) und offiziellen Daten von BMAS, Destatis und der Bundesregierung. Keine Steuerberatung – für verbindliche Auskünfte wende dich an einen Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 2.410 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
1.558 €
Abzüge
852 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie wird das Nettoeinkommen aus dem Bruttogehalt berechnet?
Vom Bruttogehalt werden Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag (bei hohem Einkommen) und Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) abgezogen. Die Höhe der Abzüge hängt von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuer und dem Bundesland ab. Ein Brutto-Netto-Rechner hilft, den genauen Nettobetrag zu ermitteln.
Was bleibt vom Mindestlohn aktuell netto übrig?
Beim gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde (ab 2026) ergibt sich bei einer 40-Stunden-Woche ein Bruttomonatsgehalt von etwa 2.410 €. In Steuerklasse I ohne Kinder bleiben netto rund 1.750–1.850 €, abhängig vom Krankenkassenzusatzbeitrag und der Kirchensteuer. Der genaue Betrag variiert, daher empfehlen wir eine individuelle Berechnung.
Welche Steuerklasse ist für mich am besten?
Die Steuerklasse bestimmt maßgeblich die Lohnsteuerabzüge. Steuerklasse I gilt für Ledige, III für Verheiratete mit großem Einkommensunterschied, IV für Paare mit ähnlichem Einkommen, V für den Ehepartner mit geringerem Einkommen. Die Wahl hängt von der persönlichen Situation ab. Eine Simulation mit einem Brutto-Netto-Rechner zeigt, welche Kombination das höchste Netto ergibt.