Ratgeber
Mindestlohn in Deutschland 2026: Regionale und branchenbezogene Unterschiede beim Netto
Der gesetzliche Mindestlohn 2026 liegt bei 13,90 € pro Stunde, was einem Bruttojahresgehalt von rund 28.922 € entspricht – je nach Steuerklasse und Bundesland bleiben dir netto etwa 1.700–1.900 € monatlich.
Mindestlohn in Deutschland 2026: Was du wirklich behältst
Der Mindestlohn in Deutschland 2026 steigt auf 13,90 Euro pro Stunde. Das klingt nach einer spürbaren Erhöhung – aber wie viel kommt davon wirklich bei dir an? Und warum verdienen manche Berufe und Regionen deutlich mehr, obwohl der gleiche Mindestlohn gilt? In diesem Artikel schauen wir uns die regionalen und branchenbezogenen Unterschiede an und erklären, wie du dein Netto selbst berechnen kannst.
Der Mindestlohn 2026: Was ändert sich?
Ab dem 1. Januar 2026 gilt der neue gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € brutto pro Stunde. Das sind 1,08 € mehr als 2025 (12,82 €). Bei einer Vollzeitstelle mit 40 Stunden pro Woche ergeben sich daraus:
- Bruttomonatsgehalt: ca. 2.410 €
- Bruttojahresgehalt: ca. 28.922 €
Zum Vergleich: Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst aller Vollzeitbeschäftigten lag im April 2025 bei etwa 4.784 € (Destatis). Der Mindestlohn liegt also deutlich unter dem Durchschnitt – aber er sichert dir ein gesetzliches Minimum.
Doch Brutto ist nicht Netto. Von deinem Gehalt werden noch Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Die Arbeitnehmeranteile für 2026 sind:
- Krankenversicherung (KV): 8,75 % (zzgl. Zusatzbeitrag, ca. 1,5–2,0 %)
- Rentenversicherung (RV): 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung (AV): 1,3 %
- Pflegeversicherung (PV): 2,4 % (kinderlos), sonst 1,8 %
Bei Steuerklasse I, ohne Kinder und ohne Kirchensteuer, bleibt dir vom Mindestlohn netto etwa 1.720–1.880 € monatlich – je nach Krankenkasse und Bundesland. Mit dem Brutto-Netto-Rechner kannst du deinen persönlichen Wert ermitteln.
Regionale Unterschiede beim Netto vom Mindestlohn
Der Mindestlohn ist bundeseinheitlich – ob in München oder in Mecklenburg-Vorpommern, du bekommst mindestens 13,90 € pro Stunde. Trotzdem gibt es regionale Unterschiede, die dein Netto indirekt beeinflussen:
- Lebenshaltungskosten: In teuren Städten wie München, Frankfurt oder Hamburg bleibt dir vom gleichen Nettogehalt weniger zum Leben. In ländlichen Regionen Ostdeutschlands sind Mieten und Lebensmittel oft günstiger.
- Krankenkassen-Zusatzbeitrag: Jede Krankenkasse erhebt einen individuellen Zusatzbeitrag (2026 im Schnitt ca. 1,7 %). Dieser variiert leicht nach Bundesland und Kasse.
- Kirchensteuer: In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Thüringen und Niedersachsen wird Kirchensteuer (8 oder 9 %) fällig, wenn du Kirchenmitglied bist – das senkt dein Netto.
- Lohnsteuerklasse: Deine Steuerklasse (z. B. III mit Ehepartner, V oder VI) hat großen Einfluss. Ein Verheirateter in Klasse III behält vom Mindestlohn netto mehr als ein Lediger in Klasse I.
Trotz gleichem Brutto-Mindestlohn kann dein Netto also regional um 50–100 € schwanken. Wer in Ostdeutschland lebt, hat oft niedrigere Durchschnittsgehälter, aber der Mindestlohn sorgt für eine Angleichung nach unten. Mehr zu den Hintergründen findest du in unserem Ratgeber.
Branchenunterschiede: Wo verdienst du mehr?
Der Mindestlohn ist die Untergrenze – viele Branchen zahlen deutlich mehr. Hier ein Überblick über typische Bruttomonatsgehälter (Vollzeit, 2025/2026, laut Referenzdaten):
| Beruf | Brutto/Monat (ca.) | Netto/Monat (ca., StKl I) |
|---|---|---|
| Softwareentwickler | 5.500 € | 3.300–3.500 € |
| Ingenieur | 5.200 € | 3.150–3.350 € |
| Lehrer | 4.200 € | 2.700–2.900 € |
| Buchhalter | 3.900 € | 2.500–2.700 € |
| Krankenpfleger | 3.800 € | 2.450–2.650 € |
| Personalsachbearbeiter | 3.700 € | 2.400–2.600 € |
| Elektriker | 3.600 € | 2.350–2.550 € |
| Verkäufer | 2.800 € | 1.900–2.100 € |
| Mindestlohn (13,90 €/h) | 2.410 € | 1.720–1.880 € |
Nettoangaben sind Schätzwerte für Steuerklasse I, ohne Kinder, ohne Kirchensteuer, mit durchschnittlichem KV-Zusatzbeitrag.
Besonders in der IT, im Ingenieurwesen und im Gesundheitswesen liegen die Gehälter weit über dem Mindestlohn. Im Einzelhandel, in der Gastronomie und in der Landwirtschaft wird dagegen oft nur knapp über dem Mindestlohn gezahlt. Regionale Tarifverträge können zusätzliche Unterschiede schaffen – zum Beispiel im öffentlichen Dienst, der in Westdeutschland oft höhere Stufen hat als in Ostdeutschland.
So berechnest du dein Netto
Du willst wissen, was von deinem Bruttogehalt wirklich übrig bleibt? Das hängt von mehreren Faktoren ab:
- Steuerklasse (I–VI) – je nach Familienstand und Einkommen
- Kinderfreibeträge – pro Kind sinkt die Lohnsteuer
- Kirchensteuer – 8 oder 9 % der Lohnsteuer, falls du Kirchenmitglied bist
- Krankenkasse – der Zusatzbeitrag variiert (ca. 1,5–2,0 %)
- Bundesland – bei der Kirchensteuer und manchen Zuschlägen
Unser Brutto-Netto-Rechner berücksichtigt all diese Punkte und liefert dir eine genaue Schätzung. Gib einfach dein Bruttogehalt, deine Steuerklasse und deine Krankenkasse ein – schon siehst du, was netto übrig bleibt.
Fazit
Der Mindestlohn in Deutschland 2026 von 13,90 €/h sichert dir ein Einkommen von etwa 2.410 € brutto im Monat. Netto bleiben dir je nach persönlicher Situation zwischen 1.720 und 1.880 €. Regionale Unterschiede entstehen vor allem durch Lebenshaltungskosten und Krankenkassenbeiträge, nicht durch den Lohn selbst. Branchen wie IT, Gesundheitswesen und Industrie zahlen oft deutlich mehr – hier kannst du mit einer guten Qualifikation dein Netto spürbar steigern.
Egal ob Mindestlohn oder Durchschnittsgehalt: Mit einem Brutto-Netto-Rechner behältst du den Überblick über deine Abzüge und kannst besser planen. Schau auch in unseren Gehaltsdaten vorbei, um zu sehen, was andere in deiner Branche und Region verdienen.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 2.410 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
1.558 €
Abzüge
852 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland 2026?
Ab dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das ein Bruttomonatsgehalt von rund 2.410 Euro und ein Bruttojahresgehalt von etwa 28.922 Euro. Der Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer, mit wenigen Ausnahmen (z. B. Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten).
Wie viel bleibt netto vom Mindestlohn 2026 übrig?
Das Netto hängt von deiner Steuerklasse, Krankenkasse, Kirchensteuer und weiteren Faktoren ab. Für einen ledigen Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kinder und ohne Kirchensteuer (gesetzlich krankenversichert) liegt das Netto bei etwa 1.720 bis 1.880 Euro monatlich. Der genaue Betrag variiert je nach Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse und deinem Bundesland. Mit dem Brutto-Netto-Rechner auf unserer Seite kannst du deinen persönlichen Wert berechnen.
Welche Branchen zahlen über dem Mindestlohn in Deutschland 2026?
Viele Branchen zahlen deutlich über dem Mindestlohn. Laut Destatis liegen die Durchschnittsgehälter in der Industrie, im Baugewerbe, im Gesundheitswesen und im IT-Sektor weit über 13,90 €/h. Beispielsweise verdienen Softwareentwickler im Schnitt 5.500 € brutto/Monat, Krankenpfleger etwa 3.800 €. Dagegen sind der Einzelhandel, die Gastronomie und die Landwirtschaft oft nahe am Mindestlohn. Regionale Unterschiede gibt es ebenfalls: In Ostdeutschland sind die Durchschnittsgehälter niedriger, aber der Mindestlohn ist bundesweit gleich.