Ratgeber
Stundenlohn Maler: Aktuelle Mindestlöhne und regionale Unterschiede 2025/2026
Der branchenverbindliche Mindeststundenlohn für gelernte Maler liegt ab August 2025 bei 15,55 € brutto, steigt ab Juli 2026 auf 16,13 € – tatsächliche Stundenlöhne können je nach Region und Betrieb deutlich höher sein.
Stundenlohn Maler: Was du 2025 und 2026 verdienen kannst
Als Maler oder Lackierer in Deutschland hängt dein Stundenlohn von mehreren Faktoren ab: deiner Qualifikation, dem Bundesland, der Betriebsgröße und natürlich den geltenden Tarifverträgen. Seit August 2025 gibt es eine neue verbindliche Untergrenze für gelernte Beschäftigte. In diesem Artikel erfährst du die aktuellen Mindestlöhne, regionale Unterschiede und wie du dein Netto berechnen kannst.
Aktueller Mindeststundenlohn für Maler (gelernt)
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat die Zwölfte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für das Maler- und Lackiererhandwerk erlassen. Sie legt fest:
- Ab 1. August 2025: 15,55 € brutto pro Stunde
- Ab 1. Juli 2026: 16,13 € brutto pro Stunde
Diese Sätze gelten bundesweit für alle gewerblichen gelernten Arbeitnehmer (Gesellen) – auch für Beschäftigte, die aus dem Ausland nach Deutschland entsandt werden. Die Verordnung ist bis zum 30. Juni 2027 befristet. Das bestätigt auch die Handwerkskammer Leipzig in ihrer Übersicht über allgemeinverbindliche Tarifverträge (Stand Januar 2026).
Für ungelernte Maler gibt es keinen branchenspezifischen Mindestlohn. Hier greift der allgemeine gesetzliche Mindestlohn: 12,82 € pro Stunde (2025) bzw. 13,90 € (ab 1. Januar 2026).
Regionale Unterschiede beim Stundenlohn Maler
Auch wenn der Mindestlohn einheitlich ist, zeigen Gehaltsdaten und Erfahrungsberichte deutliche regionale Abweichungen. In Ballungsräumen und wirtschaftsstarken Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen zahlen Betriebe oft zwischen 18 und 22 € pro Stunde – vor allem bei Spezialaufgaben wie Fassadenrestaurierung, Denkmalpflege oder industrieller Beschichtung. In ländlichen Regionen oder in Ostdeutschland kann der Lohn dagegen näher am Mindestniveau liegen, oft zwischen 15 und 17 €.
Auch die Betriebsgröße spielt eine Rolle: Größere Unternehmen mit Tarifbindung zahlen meist besser als kleine Handwerksbetriebe. Ein Blick in unseren Gehaltsdaten-Bereich zeigt, dass der Durchschnittsverdienst im Baugewerbe (inklusive Maler) bei etwa 3.600 € brutto im Monat liegt – das entspricht bei 40 Stunden rund 20,80 € pro Stunde. Das ist aber nur ein Mittelwert; dein tatsächlicher Lohn kann abweichen.
Branchenvergleich: Wie schneiden Maler ab?
Im Vergleich zu anderen Handwerksberufen liegen Maler mit ihrem Mindestlohn im Mittelfeld. Das Destatis veröffentlicht regelmäßig branchenspezifische Mindestlöhne (Stand Mai 2025). Beispiele:
- Dachdecker (gelernt): 16,00 € (2025), steigend auf 17,60 € bis 2028
- Elektrohandwerk: 14,41 € (2025), steigend auf 16,10 € bis 2028
- Gebäudereinigung (Innenreinigung): 14,25 € (2025), 15,00 € (2026)
- Pflege (gelernte Pflegekraft): 16,50 € (2024/25), 17,35 € (2025/26)
Maler liegen mit 15,55 € (2025) und 16,13 € (2026) im ähnlichen Bereich wie Dachdecker und Elektriker. Beachte: Viele dieser Branchen haben auch separate Sätze für Ungelernte.
Vom Bruttostundenlohn zum Netto: Ein Rechenbeispiel
Dein Nettogehalt hängt von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen ab. Nehmen wir einen ledigen Maler in Steuerklasse I ohne Kinder, gesetzlich krankenversichert (angenommener Zusatzbeitrag 1,3 %, insgesamt KV 8,75 %), Rentenversicherung 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 %, Pflegeversicherung 2,4 % (kinderlos).
Bei einem Stundenlohn von 16,00 € und 40 Stunden pro Woche (ca. 173 Monatsstunden) ergibt sich:
- Bruttomonatsgehalt: 16,00 € × 173 h ≈ 2.768 €
- Abzüge (ca. 30–35 %): etwa 830–970 €
- Netto: ca. 1.800–1.940 €
Bei 20,00 € pro Stunde (z.B. in einer gut zahlenden Region):
- Brutto: 3.460 €
- Netto: ca. 2.200–2.400 €
Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner für eine genaue Berechnung mit deinen persönlichen Daten.
Tipps für deine Gehaltsverhandlung
- Informiere dich über regionale Tarifverträge: In manchen Bundesländern gibt es ergänzende Tarife, die über dem Mindestlohn liegen.
- Spezialisierung lohnt sich: Fortbildungen z.B. zum Meister, Restaurator oder für industrielle Beschichtung können deinen Stundenlohn deutlich erhöhen.
- Berufserfahrung zählt: Mit mehrjähriger Erfahrung kannst du 2–4 € mehr pro Stunde verhandeln.
- Vergleiche mit anderen Branchen: Zeige deinem Chef, dass Maler in anderen Regionen oder ähnlichen Handwerken mehr verdienen.
Fazit
Der Stundenlohn Maler ist 2025/2026 klar reguliert: mindestens 15,55 € für Gelernte, ab Juli 2026 dann 16,13 €. In der Praxis kannst du aber je nach Region, Betrieb und Spezialisierung deutlich mehr verdienen – oft 18 bis 22 € oder sogar höher. Nutze die aktuellen Mindestlöhne als Verhandlungsbasis und informiere dich regelmäßig über Änderungen. Weitere Details zu Gehältern in verschiedenen Berufen findest du in unserem Ratgeber.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der aktuelle Stundenlohn für Maler (gelernt) ab August 2025?
Ab dem 1. August 2025 gilt ein branchenverbindlicher Mindeststundenlohn von 15,55 € brutto für gelernte Maler und Lackierer (Gesellen). Ab dem 1. Juli 2026 steigt er auf 16,13 €. Diese Sätze sind durch die Zwölfte Verordnung des BMAS für alle Betriebe in Deutschland verbindlich.
Gibt es regionale Unterschiede beim Stundenlohn für Maler?
Ja, obwohl der Mindestlohn bundesweit einheitlich ist, zahlen viele Betriebe in wirtschaftsstarken Regionen (z.B. Bayern, Baden-Württemberg) deutlich höhere Löhne – oft zwischen 18 und 22 € pro Stunde. In strukturschwächeren Gebieten oder im Osten kann der Lohn näher am Mindestniveau liegen. Auch Spezialisierungen wie Denkmalpflege oder industrielle Beschichtung führen zu höheren Sätzen.
Was verdient ein ungelernte Maler oder ein Maler in der Ausbildung?
Für ungelernte Maler gibt es keinen branchenspezifischen Mindestlohn – hier gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn (2025: 12,82 €, ab 2026: 13,90 €). Auszubildende erhalten eine tarifliche Vergütung, die je nach Lehrjahr und Region variiert, aber meist unter dem Facharbeiterlohn liegt. Nach der Ausbildung steigst du in der Regel in die Lohngruppe der Gelernten ein.