Ratgeber
TVöD Stundenlohn: So berechnest du dein Brutto und Netto im öffentlichen Dienst
Der TVöD Stundenlohn variiert je nach Entgeltgruppe und Stufe. Für eine genaue Netto-Berechnung sind Steuerklasse, Krankenkasse und Kinderfreibeträge entscheidend.
TVöD Stundenlohn – Was du wirklich verdienst
Du arbeitest im öffentlichen Dienst oder überlegst, dich zu bewerben? Dann ist der TVöD Stundenlohn eine zentrale Größe. Denn dein Gehalt richtet sich nicht nach freien Verhandlungen, sondern nach einer festen Tariftabelle. In diesem Artikel erfährst du, wie der Stundenlohn aus dem Tabellenentgelt berechnet wird, welche Zuschläge dazukommen und wie du von Brutto zu Netto kommst.
Wie setzt sich der TVöD Stundenlohn zusammen?
Der TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst) unterscheidet zwischen Bund und Kommunen (VKA). Deine Eingruppierung erfolgt in eine von 15 Entgeltgruppen (EG 1 bis 15), die wiederum in Stufen (1 bis 6) unterteilt sind. Je höher die Gruppe und Stufe, desto höher dein Monatsentgelt. Der Stundenlohn ergibt sich daraus, dass du das monatliche Tabellenentgelt durch deine durchschnittliche Arbeitszeit pro Monat teilst.
Beispiel: Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 39 Stunden (West) rechnest du: 39 × 4,33 = 169 Stunden pro Monat. Liegt dein Tabellenentgelt bei 3.500 € brutto, beträgt dein Stundenlohn etwa 20,71 €. Die genauen Werte für jede Entgeltgruppe und Stufe findest du in den offiziellen Entgelttabellen, die die Gewerkschaft GEW und die Arbeitgeberverbände (VKA) veröffentlichen.
Welche Zuschläge erhöhen deinen Stundenlohn?
Der TVöD sieht zahlreiche Zeitzuschläge vor, die deinen effektiven Stundenlohn steigern können. Laut dem Tarifvertrag (Fassung vom 1. Januar 2026, veröffentlicht von der VKA) gelten folgende Sätze:
- Überstunden: 30 % in den Entgeltgruppen 1 bis 9b, 15 % in den Gruppen 9c bis 15
- Nachtarbeit: 20 %
- Sonntagsarbeit: 25 %
- Feiertagsarbeit: 135 % ohne Freizeitausgleich, 35 % mit Freizeitausgleich
- Samstagsarbeit (13–21 Uhr): 20 % (sofern nicht im Rahmen von Wechselschicht)
Diese Zuschläge werden zusätzlich zum normalen Stundenlohn gezahlt. Du kannst sie dir entweder auszahlen lassen oder – wenn ein Arbeitszeitkonto besteht – in Freizeit umwandeln.
Von Brutto zu Netto: Was bleibt vom TVöD Gehalt?
Dein Bruttogehalt ist die Basis für die Berechnung deines Nettolohns. Davon werden abgezogen:
- Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse und Höhe des Einkommens)
- Solidaritätszuschlag (seit 2021 nur noch bei hohen Einkommen)
- Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung)
Die aktuellen Beitragssätze (Stand 2026, Arbeitnehmeranteil) sind:
- Krankenversicherung: 8,75 % (plus kassenindividueller Zusatzbeitrag)
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
- Pflegeversicherung: 2,4 % (kinderlos) bzw. 1,7 % (mit Kindern)
Beispielrechnung: Angenommen, du bist in Steuerklasse I, ledig, keine Kinder, gesetzlich krankenversichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag und verdienst 4.000 € brutto im Monat. Dann liegen die Abzüge bei etwa 1.400–1.500 €, sodass dir rund 2.500–2.600 € netto bleiben. Dein TVöD Stundenlohn von etwa 23,70 € (bei 169 Stunden) schrumpft also auf einen Netto-Stundenlohn von rund 14,80–15,40 €.
Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner, um deine persönliche Situation genau zu berechnen. Dort kannst du Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuer und deine Krankenkasse einstellen.
Weitere Gehaltsbestandteile im TVöD
Neben dem Tabellenentgelt und den Zuschlägen gibt es:
- Leistungsentgelt: Beim Bund bis zu 1 % der ständigen Monatsentgelte des Vorjahres, bei Kommunen 2 % (Zielgröße 8 %). Das ist eine variable, leistungsorientierte Zulage.
- Entgelt im Krankheitsfall: Du erhältst bis zu 6 Wochen das volle Entgelt, danach einen Krankengeldzuschuss (Differenz zwischen Krankengeld und Nettoentgelt) für maximal 13 bzw. 39 Wochen, abhängig von deiner Beschäftigungszeit.
- Jahressonderzahlung: Eine tarifliche Einmalzahlung, die in der Regel im November ausgezahlt wird.
Wie findest du deinen genauen TVöD Stundenlohn?
Die offiziellen Entgelttabellen werden von der Gewerkschaft GEW und der VKA bereitgestellt. Du kannst sie direkt auf den Webseiten der Organisationen einsehen. Auch die Tarifdatenbank von Destatis bietet einen guten Überblick über die Verdienste in verschiedenen Branchen und Regionen.
Wichtig: Der TVöD gilt nicht für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst – es gibt Sonderregelungen für Beamte, Angestellte in Sparkassen oder Landesbedienstete (TV-L). Prüfe daher, welcher Tarifvertrag für dich zuständig ist.
Fazit
Der TVöD Stundenlohn ist transparent und nachvollziehbar, aber nicht pauschal zu beziffern. Er hängt von deiner Entgeltgruppe, Stufe, Arbeitszeit und möglichen Zuschlägen ab. Für die Netto-Berechnung sind deine persönlichen Steuermerkmale entscheidend. Mit unserem Ratgeber und dem Brutto-Netto-Rechner behältst du den Durchblick.
Hinweis: Die genannten Werte basieren auf dem TVöD 2026 und den allgemeinen Sozialversicherungssätzen. Sie ersetzen keine Steuerberatung. Bei individuellen Fragen wende dich an deine Personalabteilung oder einen Steuerberater.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie wird der TVöD Stundenlohn berechnet?
Der Stundenlohn ergibt sich aus dem monatlichen Tabellenentgelt geteilt durch die durchschnittliche Arbeitszeit pro Monat. Bei einer regelmäßigen Arbeitszeit von 39 Stunden pro Woche (TVöD West) rechnest du: Monatsentgelt ÷ (39 × 4,33). Die genauen Werte für deine Entgeltgruppe und Stufe findest du in den offiziellen Entgelttabellen der GEW oder der VKA.
Welche Zuschläge gibt es im TVöD?
Der TVöD sieht Zeitzuschläge für Überstunden (30% in EG 1–9b, 15% in EG 9c–15), Nachtarbeit (20%), Sonntagsarbeit (25%), Feiertagsarbeit (135% ohne Freizeitausgleich, 35% mit) und Samstagsarbeit (20% von 13–21 Uhr) vor. Außerdem gibt es ein Leistungsentgelt von bis zu 1% (Bund) bzw. 2% (Kommunen) der ständigen Monatsentgelte.
Wie viel bleibt netto vom TVöD Gehalt?
Das Netto hängt von deiner Steuerklasse, Krankenkasse, Kinderfreibeträgen und Kirchensteuer ab. Als grobe Orientierung: Bei Steuerklasse I, ledig, ohne Kinder, gesetzlich krankenversichert (KV 8,75%, RV 9,3%, AV 1,3%, PV 2,4%) und einem Bruttogehalt von 4.000 € bleiben etwa 2.500–2.600 € netto. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner für eine genaue Berechnung.