Ratgeber
Was ist Mindestlohn? So erkennst Du faire Gehaltsangebote
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 2026 13,90 € brutto pro Stunde – das ergibt bei 40 Wochenstunden rund 2.410 € brutto monatlich, netto etwa 1.700 € (Steuerklasse I, keine Kinder).
Was ist Mindestlohn? Deine Basis für faire Gehaltsverhandlungen
Du bewirbst Dich oder stehst vor einer Gehaltsverhandlung? Dann ist die erste Frage: Was ist Mindestlohn eigentlich genau? Der gesetzliche Mindestlohn ist der niedrigste Stundenlohn, den Dir Dein Arbeitgeber zahlen darf. Er wird regelmäßig angepasst – zum 1. Januar 2026 steigt er auf 13,90 Euro brutto pro Stunde. Das klingt erstmal konkret, aber was bedeutet das für Dein Netto und wie hilft Dir dieses Wissen beim Vergleichen von Angeboten?
Mindestlohn 2026: Zahlen, die Du kennen solltest
Ab 2026 beträgt der Mindestlohn 13,90 €/h. Bei einer typischen Vollzeitwoche von 40 Stunden ergeben sich daraus 2.410 € brutto im Monat (rund 28.922 € im Jahr). Zum Vergleich: Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst aller Vollzeitbeschäftigten lag im April 2025 laut Destatis bei etwa 4.784 €. Der Mindestlohn deckt also nur etwa die Hälfte des Durchschnitts – ein wichtiger Ankerpunkt für Deine Verhandlungen.
Doch Vorsicht: Brutto ist nicht Netto. Von Deinem Gehalt gehen noch Steuern und Sozialabgaben ab. Für einen ledigen Arbeitnehmer ohne Kinder in Steuerklasse I (gesetzlich krankenversichert) bleiben von 2.410 € brutto ungefähr 1.700 € netto übrig. Die genauen Abzüge hängen von Deiner Krankenkasse, dem Zusatzbeitrag, der Kirchensteuer und Deinem Bundesland ab. Eine präzise Berechnung liefert Dir unser Brutto-Netto-Rechner.
Wie Du den Mindestlohn für Deine Gehaltsverhandlung nutzt
Der Mindestlohn ist die gesetzliche Untergrenze – aber Du bist mehr wert! Wenn Du ein Angebot bekommst, vergleiche es mit branchenüblichen Gehältern. Die Referenzdaten zeigen zum Beispiel:
- Verkäufer: Ø 2.800 € brutto/Monat
- Elektriker: Ø 3.600 € brutto/Monat
- Krankenpfleger: Ø 3.800 € brutto/Monat
- Buchhalter: Ø 3.900 € brutto/Monat
- Softwareentwickler: Ø 5.500 € brutto/Monat
Liegt Dein Angebot nur knapp über dem Mindestlohn? Dann hast Du gute Argumente für eine Nachverhandlung. Zeige auf, welche Qualifikationen Du mitbringst und wie der Markt aussieht. Unser Ratgeber gibt Dir weitere Tipps für erfolgreiche Gehaltsgespräche.
Was ist Mindestlohn – und was nicht?
Wichtig zu verstehen: Der Mindestlohn gilt für fast alle Arbeitnehmer ab 18 Jahren. Ausnahmen gibt es für Auszubildende, Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten und bestimmte Praktika. Auch Minijobber haben Anspruch auf den Mindestlohn – hier wird der Stundenlohn oft noch knapp kalkuliert. Prüfe immer, ob Dein Arbeitgeber den gesetzlichen Satz einhält.
Netto vom Mindestlohn: Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir an, Du verdienst 13,90 €/h bei 40 Stunden pro Woche. Dein Bruttogehalt liegt bei 2.410 €. Die Abzüge setzen sich 2026 wie folgt zusammen (Schätzung für Steuerklasse I, keine Kinder, gesetzliche KV mit Durchschnittszusatzbeitrag):
- Lohnsteuer: ca. 120 € (abhängig vom Grundfreibetrag von ~12.348 €/Jahr)
- Solidaritätszuschlag: entfällt meist bei diesem Einkommen
- Krankenversicherung (8,75%): ~211 €
- Rentenversicherung (9,3%): ~224 €
- Arbeitslosenversicherung (1,3%): ~31 €
- Pflegeversicherung (2,4%, kinderlos): ~58 €
Summe Abzüge: rund 644 €. Netto bleiben etwa 1.766 € – je nach Krankenkasse und Bundesland kann es etwas mehr oder weniger sein. Unser Brutto-Netto-Rechner berücksichtigt all diese Faktoren.
Fazit: Mindestlohn als Startpunkt, nicht als Ziel
Was ist Mindestlohn? Er ist Dein gesetzliches Recht – aber auch der Ausgangspunkt für Deine Gehaltsverhandlungen. Mit den aktuellen Zahlen (13,90 €/h ab 2026) und den Durchschnittsgehältern in Deiner Branche kannst Du Angebote besser einschätzen und selbstbewusst verhandeln. Vergiss nicht: Dein Nettoeinkommen hängt von vielen persönlichen Faktoren ab. Berechne es immer individuell, bevor Du einen Vertrag unterschreibst.
Häufige Fragen zum Mindestlohn
Was ist Mindestlohn und wer legt ihn fest? Der gesetzliche Mindestlohn wird von der Mindestlohnkommission vorgeschlagen und durch das BMAS per Verordnung festgesetzt. Er gilt für alle Arbeitnehmer – mit wenigen Ausnahmen.
Wie oft steigt der Mindestlohn? Die Kommission prüft alle zwei Jahre eine Anpassung. 2025 liegt er bei 12,82 €, 2026 bei 13,90 €. Weitere Erhöhungen sind möglich.
Kann ich mehr als Mindestlohn verlangen? Ja, unbedingt! Der Mindestlohn ist nur die Untergrenze. In vielen Tarifverträgen und Branchen liegen die Einstiegsgehälter deutlich höher. Nutze Vergleichsportale und unsere Gehaltsdaten, um Deinen Marktwert zu kennen.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 2.410 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
1.558 €
Abzüge
852 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Was ist der Mindestlohn in Deutschland 2026?
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Bei einer Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden entspricht das einem Bruttomonatsgehalt von etwa 2.410 Euro. Das BMAS legt die Höhe fest.
Wie viel Netto bleibt vom Mindestlohn übrig?
Das Netto hängt von Steuerklasse, Krankenkasse und weiteren Faktoren ab. Für einen ledigen Arbeitnehmer ohne Kinder in Steuerklasse I (gesetzlich krankenversichert) ergibt sich aus 2.410 € brutto ein Netto von rund 1.700 €. Nutze den Brutto-Netto-Rechner für Deine persönliche Situation.
Kann ich mit Mindestlohn Gehalt verhandeln?
Ja, der Mindestlohn ist nur die Untergrenze. In vielen Branchen liegen die Einstiegsgehälter deutlich höher – etwa bei Verkäufern (Ø 2.800 €) oder Elektrikern (Ø 3.600 €). Vergleiche Dein Angebot mit Durchschnittswerten und argumentiere mit Qualifikation und Berufserfahrung.