Ratgeber
Wie berechnet man den Stundenlohn? So ermittelst du deinen echten Wert für Gehaltsverhandlungen
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 13,90 € brutto pro Stunde – das entspricht bei 40 Stunden/Woche rund 2.410 € brutto monatlich. Dein tatsächlicher Stundenlohn kann je nach Branche und Beruf deutlich höher liegen.
Warum du deinen Stundenlohn kennen solltest
Ob du ein Jobangebot prüfst, eine Gehaltserhöhung verhandelst oder einfach deinen Marktwert checken willst – wie berechnet man den stundenlohn ist eine der wichtigsten Fragen im Arbeitsleben. Denn erst der Stundenlohn macht Gehälter vergleichbar: Ein Monatsgehalt von 4.000 € bei 35 Stunden sagt etwas ganz anderes aus als bei 45 Stunden. Mit der richtigen Berechnung legst du die Basis für faire Verhandlungen.
Die Standardformel: So rechnest du Monatsgehalt in Stundenlohn um
Die gängigste Methode, wie berechnet man den stundenlohn, ist:
Stundenlohn = (Monatsbruttogehalt × 12) ÷ (wöchentliche Arbeitszeit × 52)
Beispiel: Du verdienst 3.800 € brutto im Monat und arbeitest 38,5 Stunden pro Woche.
(3.800 × 12) ÷ (38,5 × 52) = 45.600 ÷ 2.002 ≈ 22,78 €/h
Der Brutto-Netto-Rechner hilft dir, aus diesem Stundenlohn dein Netto zu ermitteln. Übrigens: Der BMAS-Mindestlohn-Rechner verwendet exakt diese Formel für das sogenannte verstetigte Monatsgehalt – also den Betrag, der jeden Monat gleich hoch ist, auch wenn die Kalendermonate unterschiedlich viele Arbeitstage haben.
Was sagt der gesetzliche Mindestlohn 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 € brutto pro Stunde (BMAS). Das entspricht bei einer 40-Stunden-Woche rund 2.410 € brutto im Monat. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €. Die Mindestlohnkommission passt den Wert regelmäßig an – orientiert an der Tarifentwicklung und 60 % des Bruttomedianlohns von Vollzeitbeschäftigten.
Wichtig: Der Mindestlohn gilt für fast alle Arbeitnehmer, aber nicht für Jugendliche unter 18 ohne abgeschlossene Berufsausbildung und für Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten. Auch bestimmte Praktika (Pflichtpraktika, kurze Orientierungspraktika) sind ausgenommen.
Vom Brutto- zum Nettostundenlohn: Welche Abzüge kommen?
Dein Bruttostundenlohn ist nicht das, was auf deinem Konto landet. Die Abzüge setzen sich zusammen aus:
- Lohnsteuer (nach Steuerklasse, Höhe des Einkommens, Kinderfreibeträgen)
- Solidaritätszuschlag (nur bei hohem Einkommen, ab etwa 18.000 € zu versteuerndem Einkommen)
- Kirchensteuer (falls Mitglied, 8 oder 9 % der Lohnsteuer je nach Bundesland)
- Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmeranteil 2026):
- Krankenversicherung: 8,75 %
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
- Pflegeversicherung (kinderlos): 2,4 %
Ein Beispiel: Bei einem Bruttostundenlohn von 22,78 € (wie oben) und Steuerklasse I ohne Kinder bleiben netto etwa 14–15 € pro Stunde übrig. Die genaue Berechnung hängt von vielen Faktoren ab – nutze dafür unseren Brutto-Netto-Rechner.
Wie du deinen Stundenlohn für Gehaltsverhandlungen nutzt
Wenn du weißt, wie berechnet man den stundenlohn, kannst du Angebote besser vergleichen. Ein Job mit 45.000 € Jahresgehalt bei 40 Stunden ergibt rund 21,63 €/h. Bietet dir eine andere Firma 42.000 € bei 35 Stunden, sind das 23,08 €/h – also mehr pro Stunde, obwohl das Jahresgehalt niedriger aussieht.
Tipp für Verhandlungen:
- Recherchiere branchenübliche Stundenlöhne. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst für Vollzeit lag im April 2025 bei rund 4.784 € (Destatis) – das sind etwa 28,19 €/h.
- In der On-site-Datenbank findest du Beispiele: Softwareentwickler ~5.500 €/Monat (~31,73 €/h bei 40h), Krankenpfleger ~3.800 €/Monat (~21,92 €/h), Verkäufer ~2.800 €/Monat (~16,15 €/h).
- Argumentiere mit deinem Stundenlohn, nicht nur mit dem Monatsgehalt. Sag: „Mein aktueller Stundenlohn liegt bei 24 € – für die neue Position mit mehr Verantwortung erwarte ich mindestens 28 €.“
Weitere Tipps findest du in unserem Ratgeber.
Fallstricke bei der Berechnung
- Überstunden: Dein vertraglicher Stundenlohn bezieht sich auf die vereinbarte Arbeitszeit. Überstunden können mit Zuschlägen vergütet werden – dann steigt der effektive Stundenlohn.
- Zulagen und Zuschläge: Schicht-, Sonn- und Feiertagszuschläge sind auf den Mindestlohn anrechenbar, Nachtarbeitszuschläge nicht. Bei der Berechnung deines „eigentlichen“ Stundenlohns solltest du Zulagen separat betrachten.
- Sachleistungen: Der Mindestlohn muss in Geld gezahlt werden – Kost und Logis sind nur bei Saisonkräften in engen Grenzen anrechenbar.
- Teilzeit und Minijob: Auch Minijobber haben Anspruch auf den Mindestlohn. Dein Stundenlohn muss mindestens 13,90 € betragen, sonst ist der Job illegal.
Fazit
Wie berechnet man den stundenlohn – die Antwort ist simpel: Monatsgehalt × 12 geteilt durch (Wochenstunden × 52). Doch der wahre Wert liegt im Netto. Mit dem Wissen um Brutto, Netto und Abzüge kannst du Gehälter fair vergleichen und selbstbewusst verhandeln. Schau auch in unsere Gehaltsdaten für aktuelle Vergleichswerte.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechnet man den Stundenlohn aus dem Monatsgehalt?
Die einfachste Formel: (Monatsgehalt × 12) ÷ (Wochenarbeitszeit × 52). Beispiel: Bei 3.500 € brutto im Monat und 40 Stunden pro Woche ergibt sich (3.500 × 12) ÷ (40 × 52) = 42.000 ÷ 2.080 ≈ 20,19 €/h. Der BMAS-Mindestlohn-Rechner verwendet genau diese Methode für das verstetigte Monatsgehalt.
Welche Abzüge vom Bruttostundenlohn muss ich einplanen?
Vom Bruttostundenlohn gehen Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse und Höhe), Solidaritätszuschlag (bei hohem Einkommen), ggf. Kirchensteuer sowie die Sozialversicherungsbeiträge ab. 2026 betragen die Arbeitnehmeranteile: Krankenversicherung 8,75 %, Rentenversicherung 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 %, Pflegeversicherung (kinderlos) 2,4 %. Dein Nettostundenlohn liegt daher oft 30–40 % unter dem Bruttowert.
Ist der Mindestlohn von 13,90 € für alle Jobs Pflicht?
Grundsätzlich ja – seit 1. Januar 2026 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € brutto pro Stunde für alle Arbeitnehmer in Deutschland. Ausnahmen: Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten. Auch bestimmte Praktika (Pflichtpraktika, kurze Orientierungspraktika) sind ausgenommen. Branchen wie die Pflege haben teils höhere branchenspezifische Mindestlöhne.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Stundenlohn aus dem Monatsgehalt?
Die einfachste Formel: (Monatsgehalt × 12) ÷ (Wochenarbeitszeit × 52). Beispiel: Bei 3.500 € brutto im Monat und 40 Stunden pro Woche ergibt sich (3.500 × 12) ÷ (40 × 52) = 42.000 ÷ 2.080 ≈ 20,19 €/h. Der BMAS-Mindestlohn-Rechner verwendet genau diese Methode für das verstetigte Monatsgehalt.
Welche Abzüge vom Bruttostundenlohn muss ich einplanen?
Vom Bruttostundenlohn gehen Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse und Höhe), Solidaritätszuschlag (bei hohem Einkommen), ggf. Kirchensteuer sowie die Sozialversicherungsbeiträge ab. 2026 betragen die Arbeitnehmeranteile: Krankenversicherung 8,75 %, Rentenversicherung 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 %, Pflegeversicherung (kinderlos) 2,4 %. Dein Nettostundenlohn liegt daher oft 30–40 % unter dem Bruttowert.
Ist der Mindestlohn von 13,90 € für alle Jobs Pflicht?
Grundsätzlich ja – seit 1. Januar 2026 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € brutto pro Stunde für alle Arbeitnehmer in Deutschland. Ausnahmen: Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten. Auch bestimmte Praktika (Pflichtpraktika, kurze Orientierungspraktika) sind ausgenommen. Branchen wie die Pflege haben teils höhere branchenspezifische Mindestlöhne.