Ratgeber
Wie ist der aktuelle Mindestlohn? Regionale und branchenbezogene Unterschiede beim Brutto-Netto
Der gesetzliche Mindestlohn 2026 beträgt 13,90 Euro brutto pro Stunde, was bei einer 40-Stunden-Woche rund 2.410 Euro brutto monatlich ergibt – das Netto variiert jedoch stark je nach Steuerklasse, Krankenkasse und Wohnort.
Wie ist der aktuelle Mindestlohn? Ein Überblick
Viele Beschäftigte und Jobsuchende fragen sich: Wie ist der aktuelle Mindestlohn? Seit dem 1. Januar 2026 liegt er bei 13,90 Euro brutto pro Stunde. Das klingt erst einmal klar, doch was am Ende auf deinem Konto landet – also dein Netto – hängt von vielen Faktoren ab. Regionale und branchenbezogene Unterschiede spielen eine große Rolle. In diesem Artikel erfährst du, wie sich dein Bruttogehalt zusammensetzt, welche Abzüge anfallen und warum der Wohnort und die Branche dein Netto stark beeinflussen können.
Regionale Unterschiede beim Brutto-Netto
Dein Bruttogehalt ist nicht überall in Deutschland gleich. Laut Destatis verdienen Vollzeitbeschäftigte im Westen im Schnitt rund 4.900 Euro brutto im Monat, im Osten etwa 3.900 Euro. Auch beim Mindestlohn gibt es regionale Besonderheiten: In ostdeutschen Bundesländern arbeiten mehr Menschen zu Löhnen nahe der gesetzlichen Untergrenze. Das liegt unter anderem an der unterschiedlichen Wirtschaftsstruktur – weniger große Konzerne, mehr kleine Betriebe und Dienstleistungsunternehmen.
Doch nicht nur das Brutto variiert, sondern auch das Netto. Denn die Sozialversicherungsbeiträge und Steuern sind bundesweit zwar einheitlich geregelt, aber die Krankenkassen-Zusatzbeiträge unterscheiden sich je nach Kasse und Region. Wer in einer teuren Kasse ist, zahlt mehr – und hat weniger Netto übrig. Zudem gibt es in manchen Bundesländern höhere Hebesätze für die Kirchensteuer, falls du Mitglied bist.
Branchenbezogene Unterschiede: Vom Mindestlohn bis zum Spitzengehalt
Die Frage „Wie ist der aktuelle Mindestlohn?“ ist besonders relevant für Branchen, in denen viele Menschen an der unteren Lohngrenze arbeiten. Dazu gehören:
- Gastgewerbe (Köche, Servicekräfte)
- Einzelhandel (Verkäufer)
- Gebäudereinigung
- Land- und Forstwirtschaft
In diesen Bereichen liegt das Bruttogehalt oft nur knapp über dem Mindestlohn. Ein Verkäufer verdient im Schnitt rund 2.800 Euro brutto – das sind etwa 400 Euro mehr als der Mindestlohn. In der Pflege (Krankenpfleger ca. 3.800 Euro) oder im IT-Bereich (Softwareentwickler ca. 5.500 Euro) sind die Gehälter deutlich höher. Das Netto steigt dann nicht nur absolut, sondern auch prozentual, weil der Grundfreibetrag und die progressiven Steuersätze erst bei höheren Einkommen stärker greifen.
So berechnest du dein Netto selbst
Um dein persönliches Netto zu ermitteln, kannst du unseren Brutto-Netto-Rechner nutzen. Gib einfach dein Bruttogehalt, Steuerklasse, Kinderfreibeträge und Krankenkasse ein. Beachte: Die Angaben in diesem Artikel sind Schätzwerte für einen ledigen Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kinder. Deine tatsächlichen Abzüge können abweichen.
Die wichtigsten Abzüge im Überblick (Stand 2026):
- Lohnsteuer: richtet sich nach Steuerklasse und Einkommen, progressiv
- Solidaritätszuschlag: entfällt für die meisten, wird nur bei sehr hohen Einkommen fällig
- Krankenversicherung: 8,75 % plus kassenindividueller Zusatzbeitrag (ca. 1,5–2,5 %)
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
- Pflegeversicherung: 2,4 % (kinderlos), sonst 1,875 %
Tipps für mehr Netto
Auch wenn du nicht direkt dein Brutto beeinflussen kannst, gibt es Wege, dein Netto zu optimieren:
- Steuerklasse prüfen: Bei Ehepaaren kann Steuerklasse III/V oder IV/IV günstiger sein.
- Krankenkasse wechseln: Ein niedrigerer Zusatzbeitrag spart dir jährlich einige hundert Euro.
- Werbungskosten geltend machen: Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Fortbildungen – alles, was über 1.230 Euro liegt, mindert die Steuerlast.
- Vermögenswirksame Leistungen: Falls dein Arbeitgeber sie anbietet, nutze sie – oft gibt es staatliche Zulagen.
Weitere Tipps findest du in unserem Ratgeber.
Fazit
Die Antwort auf „Wie ist der aktuelle Mindestlohn?“ lautet 13,90 Euro brutto pro Stunde. Doch dein tatsächliches Netto hängt von deiner Region, Branche und persönlichen Situation ab. Wer im Osten oder in einer Niedriglohnbranche arbeitet, hat oft weniger Spielraum. Mit einem guten Überblick über Abzüge und Optimierungsmöglichkeiten kannst du jedoch dein Netto verbessern. Nutze unseren Rechner und informiere dich regelmäßig über gesetzliche Änderungen – so behältst du den Durchblick.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 2.410 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
1.558 €
Abzüge
852 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie ist der aktuelle Mindestlohn in Deutschland?
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab dem 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde. Das entspricht bei einer 40-Stunden-Woche etwa 2.410 Euro brutto im Monat oder rund 28.922 Euro im Jahr. Die Anpassung wird vom BMAS auf Basis der Mindestlohnkommission beschlossen.
Wie viel Netto bleibt vom Mindestlohn übrig?
Bei einem Bruttogehalt von 2.410 Euro (Steuerklasse I, keine Kinder, gesetzlich krankenversichert) liegt das Netto etwa zwischen 1.700 und 1.800 Euro – abhängig von Krankenkasse, Zusatzbeitrag und Kirchensteuer. Der genaue Betrag variiert auch durch regionale Unterschiede bei der Krankenversicherung.
Welche Branchen zahlen besonders oft Mindestlohn?
Branchen mit hohem Anteil an Mindestlohn-Beschäftigten sind das Gastgewerbe, der Einzelhandel (Verkäufer), die Gebäudereinigung und die Landwirtschaft. In Ostdeutschland ist der Anteil der Mindestlohn-Jobs tendenziell höher als in Westdeutschland. Dagegen liegen IT, Ingenieurwesen und das Gesundheitswesen (z. B. Krankenpfleger) meist deutlich über dem Mindestlohn.