Ratgeber
Brutto zu Netto: So berechnest du dein Gehalt mit datev lohn
Der Nettolohn ergibt sich nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen vom Bruttogehalt – die genaue Höhe hängt von Steuerklasse, Krankenkasse und individuellen Faktoren ab.
Brutto zu Netto: So berechnest du dein Gehalt mit datev lohn
Du bekommst deinen Gehaltszettel und fragst dich, warum vom Bruttogehalt so viel abgeht? Keine Sorge, das ist normal. Der Weg vom Brutto- zum Nettolohn folgt festen Regeln – und mit einem guten Werkzeug wie datev lohn wird die Berechnung zum Kinderspiel. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie die Umrechnung funktioniert und welche Abzüge auf dich zukommen.
Schritt 1: Bruttoverdienst ermitteln
Alles beginnt mit deinem Bruttogehalt. Das ist der Betrag, den du mit deinem Arbeitgeber vereinbart hast – vor allen Abzügen. Dazu gehören:
- Grundgehalt oder Stundenlohn
- Zuschläge für Nacht-, Sonn- oder Feiertagsarbeit
- Urlaubs- oder Weihnachtsgeld (falls vereinbart)
- Überstundenvergütung
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde (BMAS). Wenn du also 40 Stunden pro Woche arbeitest, liegt dein Mindest-Brutto bei etwa 2.410 Euro im Monat. Viele Berufe liegen aber deutlich darüber – zum Beispiel verdient ein Softwareentwickler im Schnitt rund 5.500 Euro brutto, eine Krankenschwester etwa 3.800 Euro.
Schritt 2: Steuerliche Abzüge berechnen
Vom Bruttogehalt ziehst du als Erstes die Lohnsteuer ab. Wie viel das ist, hängt von deiner Steuerklasse ab (I bis VI), von deinem zu versteuernden Einkommen und davon, ob du Kirchensteuer zahlst. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht jedes Jahr das amtliche Lohnsteuer-Handbuch – für 2026 liegt es bereits vor. Darin findest du die genauen Tabellen.
Zusätzlich zur Lohnsteuer kommt der Solidaritätszuschlag – der wird seit 2021 nur noch bei höheren Einkommen fällig. Und wenn du Kirchenmitglied bist, zahlst du Kirchensteuer (8 oder 9 Prozent der Lohnsteuer, je nach Bundesland).
Beispiel: Ein lediger Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kinder und ohne Kirchensteuer zahlt bei einem Brutto von 4.000 Euro monatlich etwa 550 Euro Lohnsteuer plus 30 Euro Solidaritätszuschlag (je nach genauen Werten).
Schritt 3: Sozialversicherungsbeiträge abziehen
Nach der Steuer kommen die Sozialabgaben. Sie werden vom Sozialversicherungs-Brutto berechnet – das ist in der Regel dein gesamtes Bruttogehalt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Die Beiträge teilst du dir mit deinem Arbeitgeber: Jeder zahlt die Hälfte.
Für 2026 gelten folgende Arbeitnehmeranteile (aus der on-site Referenz-DB):
- Krankenversicherung (KV): 8,75 % (plus kassenindividueller Zusatzbeitrag, im Schnitt ca. 1,7 %)
- Pflegeversicherung (PV): 2,4 % (für Kinderlose; mit Kindern niedriger)
- Rentenversicherung (RV): 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung (AV): 1,3 %
Zusammen kommen da schnell rund 21–22 % deines Bruttos zusammen. Bei 4.000 Euro Brutto sind das etwa 840 Euro nur für die Sozialversicherung.
Schritt 4: Nettolohn und weitere Abzüge
Nachdem du Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen hast, erhältst du deinen Nettolohn. Aber Achtung: Es können noch weitere Abzüge dazukommen, zum Beispiel:
- Vermögenswirksame Leistungen (VL)
- Raten für ein Arbeitgeberdarlehen
- Pfändungen
- Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge
Erst wenn auch diese Posten berücksichtigt sind, steht der Auszahlungsbetrag fest – das Geld, das auf deinem Konto landet.
Schritt 5: Alles mit datev lohn im Griff
Die Berechnung klingt kompliziert? Kein Problem – mit einer professionellen Lohnabrechnungssoftware wie datev lohn erledigt dein Arbeitgeber das automatisch. Das Programm kennt die aktuellen Steuertabellen, Sozialversicherungssätze und Mindestlöhne. Es erstellt die Abrechnung in drei Schritten: Bruttoverdienst erfassen, Abzüge berechnen, Nettolohn ausweisen – genau wie von DATEV beschrieben.
Du als Arbeitnehmer musst nur deine persönlichen Daten prüfen: Steuerklasse, Krankenkasse, Kinderfreibeträge. Alles andere läuft im Hintergrund.
Warum du deine Abrechnung verstehen solltest
Auch wenn die Software alles berechnet – es schadet nicht, den Überblick zu behalten. Mit unserem Brutto-Netto-Rechner kannst du selbst schnell prüfen, ob deine Abrechnung stimmt. Oder lies weitere Tipps in unserem Ratgeber, wie du dein Gehalt optimieren kannst.
Denk dran: Dein Nettolohn ist nicht einfach „weniger Geld“, sondern die Finanzierung deiner sozialen Sicherheit – Krankenversicherung, Rente, Pflege und Arbeitslosenschutz. Und mit dem richtigen Wissen gehst du souverän mit deiner Gehaltsabrechnung um.
Fazit
Der Weg vom Brutto zum Netto ist klar geregelt: Bruttogehalt minus Lohnsteuer minus Sozialabgaben ergibt den Nettolohn. Mit Tools wie datev lohn wird die Berechnung für Unternehmen zum Standard. Für dich als Arbeitnehmer lohnt es sich, die Grundlagen zu kennen – dann siehst du auf einen Blick, ob alles korrekt ist.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettogehalt?
Das Bruttogehalt ist der vereinbarte Lohn vor Abzügen. Das Nettogehalt ist der Betrag, der dir nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) ausgezahlt wird.
Wie wird die Lohnsteuer berechnet?
Die Lohnsteuer wird auf Basis des steuerpflichtigen Bruttolohns, deiner Steuerklasse, eventueller Freibeträge und der Kirchensteuer ermittelt. Das BMF veröffentlicht jährlich das amtliche Lohnsteuer-Handbuch, das die genauen Tabellen und Formeln enthält.
Welcher Mindestlohn gilt ab 2026?
Ab dem 1. Januar 2026 beträgt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das ein Bruttomonatsgehalt von rund 2.410 Euro.