Ratgeber
Mindestlohn 2026: Was du über den neuen Stundenlohn von 13,90 Euro wissen musst
Ab 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro brutto pro Stunde – das entspricht bei einer 40-Stunden-Woche rund 2.410 Euro brutto im Monat.
Mindestlohn 2026: Was du über den neuen Stundenlohn von 13,90 Euro wissen musst
Der gesetzliche Mindestlohn ist in Deutschland die wichtigste Lohnuntergrenze. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt er 13,90 Euro brutto pro Stunde – das sind rund 2.410 Euro brutto im Monat bei einer 40-Stunden-Woche. Doch was bedeutet das für dein Netto? Und wie kannst du den Mindestlohn als Basis für Gehaltsverhandlungen nutzen? In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige.
Was ist der gesetzliche Mindestlohn?
Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn wurde 2015 eingeführt und wird regelmäßig von der Mindestlohnkommission angepasst. Er gilt für fast alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland – unabhängig von Branche oder Region. Arbeitgeber dürfen diesen Stundenlohn nicht unterschreiten. Die aktuellen Werte werden durch die Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV5) festgelegt: Ab 1. Januar 2026 sind es 13,90 Euro, ab 1. Januar 2027 dann 14,60 Euro brutto pro Stunde (Quelle: BMAS Mindestlohn).
Zum Vergleich: Im Jahr 2025 lag der Mindestlohn noch bei 12,82 Euro pro Stunde. Die Erhöhung auf 13,90 Euro bedeutet eine Steigerung um rund 8,4 Prozent – ein deutlicher Schritt, der vor allem Beschäftigte in Niedriglohnbranchen wie Einzelhandel, Gastronomie oder Reinigung betrifft.
Brutto vs. Netto: Was bleibt vom Mindestlohn übrig?
Dein Bruttolohn ist der Betrag vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Der Nettolohn ist das, was nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer sowie Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung auf deinem Konto landet. Die genauen Abzüge hängen von deiner Steuerklasse, deinem Familienstand, der Anzahl der Kinder, deiner Krankenkasse und deinem Bundesland ab.
Bei einem Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde und einer Vollzeitstelle (40 Stunden/Woche) ergeben sich folgende grobe Richtwerte:
- Bruttomonatsgehalt: ca. 2.410 Euro
- Lohnsteuer (Steuerklasse I, keine Kinder): ca. 150–200 Euro (abhängig vom Grundfreibetrag)
- Solidaritätszuschlag: entfällt meist bei diesem Einkommen
- Krankenversicherung (8,75 %): ca. 211 Euro
- Rentenversicherung (9,3 %): ca. 224 Euro
- Arbeitslosenversicherung (1,3 %): ca. 31 Euro
- Pflegeversicherung (2,4 % bei Kinderlosen): ca. 58 Euro
- Netto: ca. 1.700–1.800 Euro
Diese Werte sind Schätzungen. Für eine exakte Berechnung deines Nettogehalts nutze unseren Brutto-Netto-Rechner.
Mindestlohn und Steuerklasse: Welche Rolle spielt sie?
Deine Steuerklasse bestimmt maßgeblich die Höhe der Lohnsteuer. Das Finanzamt NRW erklärt: Die Lohnsteuer wird anhand deiner Lohnsteuerabzugsmerkmale berechnet – dazu gehören Steuerklasse, Kinderfreibeträge und ggf. weitere Freibeträge. Bei Mindestlohnverdienst bist du meist in Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) oder IV (verheiratet). Durch einen Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag kannst du bestimmte Ausgaben bereits monatlich berücksichtigen lassen und so dein Netto erhöhen.
Gehalt verhandeln mit Mindestlohn als Basis
Der Mindestlohn ist die absolute Untergrenze – aber viele Arbeitgeber zahlen mehr. Wenn du ein Jobangebot bekommst oder eine Gehaltserhöhung aushandelst, solltest du dich über branchenübliche Gehälter informieren. Laut unserer On-site Referenz-DB liegen die Durchschnittsgehälter für viele Berufe deutlich über dem Mindestlohn:
- Verkäufer: ca. 2.800 € brutto/Monat (ca. 16,15 €/h)
- Elektriker: ca. 3.600 € brutto/Monat (ca. 20,77 €/h)
- Krankenpfleger: ca. 3.800 € brutto/Monat (ca. 21,92 €/h)
- Buchhalter: ca. 3.900 € brutto/Monat (ca. 22,50 €/h)
Selbst in Branchen mit niedrigen Löhnen kannst du durch Berufserfahrung, Spezialisierung oder Zusatzqualifikationen einen höheren Stundenlohn verlangen. Zeige in Verhandlungen, welchen Mehrwert du dem Unternehmen bietest. Unser Ratgeber enthält weitere Tipps zur Gehaltsverhandlung.
Was tun, wenn der Arbeitgeber weniger zahlt?
Der Mindestlohn ist gesetzlich verpflichtend. Wenn dein Arbeitgeber weniger als 13,90 Euro pro Stunde zahlt, verstößt er gegen das Mindestlohngesetz. Du hast folgende Möglichkeiten:
- Sprich deinen Vorgesetzten direkt an und weise auf die gesetzliche Regelung hin.
- Wende dich an die zuständige Aufsichtsbehörde (Zoll – Finanzkontrolle Schwarzarbeit).
- Hol dir rechtlichen Rat bei einer Gewerkschaft oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Ausblick: Mindestlohn 2027 und darüber hinaus
Die nächste Erhöhung ist bereits beschlossen: Ab 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro brutto pro Stunde. Das entspricht einem Bruttojahresgehalt von rund 30.368 Euro bei Vollzeit. Die Mindestlohnkommission wird voraussichtlich 2027 über weitere Anpassungen beraten. Es ist also wichtig, die Entwicklung im Auge zu behalten – besonders wenn du in einer Branche mit niedrigen Löhnen arbeitest.
Fazit
Der Mindestlohn 2026 von 13,90 Euro brutto pro Stunde gibt dir eine klare Untergrenze für dein Gehalt. Nutze diese Information, um deine finanzielle Situation zu verstehen und bei Bedarf nachzuverhandeln. Denk daran: Dein Netto hängt von vielen Faktoren ab – berechne es am besten mit unserem Brutto-Netto-Rechner. Und vergiss nicht: Der Mindestlohn ist nur der Anfang – mit den richtigen Argumenten und Kenntnissen über branchenübliche Gehälter aus unseren Gehaltsdaten kannst du mehr herausholen.
Häufig gestellte Fragen zum Mindestlohn
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde. Ab 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro brutto pro Stunde. Das hat die Bundesregierung auf Empfehlung der Mindestlohnkommission beschlossen.
Was bleibt vom Mindestlohn netto übrig?
Das Netto hängt von deiner Steuerklasse, Krankenkasse, Kirchensteuer und anderen Abzügen ab. Bei Steuerklasse I, ohne Kinder und gesetzlich versichert, kannst du mit etwa 1.700 bis 1.800 Euro netto pro Monat rechnen (bei 40 Stunden/Woche). Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner für eine genaue Berechnung.
Kann ich mit Mindestlohn Gehalt verhandeln?
Ja, der Mindestlohn ist nur die Untergrenze. Viele Branchen zahlen mehr – etwa durch Tarifverträge oder übertarifliche Zulagen. Informiere dich vor Verhandlungen über branchenübliche Gehälter, z. B. in unseren Gehaltsdaten. Zeige deine Qualifikationen und Berufserfahrung, um einen höheren Stundenlohn zu begründen.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde. Ab 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro brutto pro Stunde. Das hat die Bundesregierung auf Empfehlung der Mindestlohnkommission beschlossen.
Was bleibt vom Mindestlohn netto übrig?
Das Netto hängt von deiner Steuerklasse, Krankenkasse, Kirchensteuer und anderen Abzügen ab. Bei Steuerklasse I, ohne Kinder und gesetzlich versichert, kannst du mit etwa 1.700 bis 1.800 Euro netto pro Monat rechnen (bei 40 Stunden/Woche). Nutze unseren [Brutto-Netto-Rechner](/rechner) für eine genaue Berechnung.
Kann ich mit Mindestlohn Gehalt verhandeln?
Ja, der Mindestlohn ist nur die Untergrenze. Viele Branchen zahlen mehr – etwa durch Tarifverträge oder übertarifliche Zulagen. Informiere dich vor Verhandlungen über branchenübliche Gehälter, z. B. in unseren [Gehaltsdaten](/daten). Zeige deine Qualifikationen und Berufserfahrung, um einen höheren Stundenlohn zu begründen.