Ratgeber
Berechnung Stundenlohn: So ermittelst du dein Brutto- und Nettogehalt
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 2026 13,90 € pro Stunde, was bei 40 Stunden pro Woche einem Bruttomonatsgehalt von rund 2.409 € entspricht.
Von Brutto zu Netto: So funktioniert die Gehaltsberechnung
Ob du eine Gehaltsverhandlung führst, einen Nebenjob annimmst oder einfach wissen willst, was von deinem Lohn übrig bleibt – die Berechnung Stundenlohn und die Umrechnung von Brutto in Netto sind essenziell. In diesem Artikel erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du dein Bruttogehalt ermittelst, welche Abzüge anfallen und wie du deinen Nettolohn selbst abschätzen kannst.
Schritt 1: Dein Bruttogehalt ermitteln
Der Ausgangspunkt jeder Berechnung ist dein Bruttogehalt. Das ist der Betrag, den dein Arbeitgeber dir vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben zahlt. Du kannst es entweder als Monatsgehalt, Jahresgehalt oder Stundenlohn angeben.
Stundenlohn aus Monatsgehalt berechnen
Die Berechnung Stundenlohn aus deinem Monatsgehalt ist einfach: Teile dein Bruttomonatsgehalt durch die Anzahl der monatlichen Arbeitsstunden. Bei einer 40-Stunden-Woche arbeitest du durchschnittlich 173,33 Stunden pro Monat (40 Stunden × 4,33 Wochen).
Beispiel: Dein Bruttomonatsgehalt beträgt 2.409 €. Dann ist dein Stundenlohn: 2.409 € ÷ 173,33 = 13,90 €. Das entspricht dem gesetzlichen Mindestlohn ab 2026, wie das BMAS bestätigt.
Monatsgehalt aus Stundenlohn berechnen
Umgekehrt multiplizierst du deinen Stundenlohn mit den monatlichen Arbeitsstunden. Der BMAS Mindestlohn-Rechner zeigt dir das verstetigte Monatsgehalt an – also den Betrag, der jeden Monat gleich ist, unabhängig von der Anzahl der Werktage.
Durchschnittsgehälter in Deutschland
Laut aktuellen Daten (Stand 2025) liegt der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst für Vollzeitbeschäftigte bei etwa 4.784 €, was einem Stundenlohn von rund 28,19 € entspricht. Die Spanne ist groß: Ein Softwareentwickler verdient im Schnitt 5.500 €, eine Verkäuferin etwa 2.800 €. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 13,90 € pro Stunde – das sind rund 2.409 € brutto im Monat bei 40 Stunden pro Woche.
Schritt 2: Die Abzüge verstehen
Von deinem Bruttogehalt werden zwei Arten von Abzügen fällig: Lohnsteuer (inklusive Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) und Sozialversicherungsbeiträge.
Lohnsteuer
Die Höhe der Lohnsteuer hängt von deinem zu versteuernden Einkommen und deiner Steuerklasse ab. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei etwa 12.348 € – bis zu diesem Betrag zahlst du keine Einkommensteuer. Darüber steigt der Steuersatz progressiv an. Deine Steuerklasse (I bis VI) beeinflusst, wie viel Lohnsteuer monatlich einbehalten wird. Ledige ohne Kinder fallen in Steuerklasse I, Verheiratete können zwischen III/V oder IV/IV wählen.
Solidaritätszuschlag
Der Soli wird nur noch auf hohe Einkommen erhoben. Für die meisten Arbeitnehmer entfällt er komplett.
Sozialversicherungsbeiträge
Die Beiträge zur Sozialversicherung werden je zur Hälfte von dir und deinem Arbeitgeber getragen. Für 2026 gelten folgende Arbeitnehmeranteile (in Prozent deines Bruttogehalts, bis zur Beitragsbemessungsgrenze):
- Krankenversicherung (KV): 8,75 % (zzgl. kassenindividueller Zusatzbeitrag, im Schnitt etwa 1,7 %)
- Rentenversicherung (RV): 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung (AV): 1,3 %
- Pflegeversicherung (PV): 2,4 % (kinderlos; mit Kindern geringer)
Diese Sätze gelten für das Jahr 2026 und werden regelmäßig angepasst.
Schritt 3: Dein Nettogehalt berechnen
Dein Nettogehalt ist das, was nach allen Abzügen übrig bleibt. Eine einfache Faustformel: Bei einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 4.784 € (Steuerklasse I, keine Kinder, gesetzlich krankenversichert) liegt das Netto etwa zwischen 2.900 und 3.100 €. Der genaue Betrag hängt von deiner Krankenkasse, deinem Bundesland und weiteren Faktoren ab.
Um dein persönliches Netto zu berechnen, nutze am besten einen Brutto-Netto-Rechner. Unser Brutto-Netto-Rechner hilft dir, schnell und unkompliziert dein Nettogehalt zu ermitteln. Gib einfach dein Bruttogehalt, deine Steuerklasse, deine Krankenkasse und dein Bundesland ein – schon erhältst du eine realistische Schätzung.
Besondere Regelungen: Mindestlohn, Minijob und Übergangsbereich
Mindestlohn
Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde. Das BMAS stellt einen Mindestlohn-Rechner zur Verfügung, mit dem du prüfen kannst, ob dein Gehalt den Vorgaben entspricht. Achtung: In einigen Branchen (z. B. Pflege) gelten höhere Mindestlöhne.
Geringfügigkeitsgrenze (Minijob)
Die Geringfügigkeitsgrenze steigt 2026 auf 603,00 € monatlich. Verdienst du nicht mehr als diesen Betrag, bist du in der Regel minijobber und zahlst keine eigenen Sozialabgaben (Ausnahme: Rentenversicherungspflicht auf Wunsch).
Übergangsbereich (Gleitzone)
Liegt dein Bruttogehalt zwischen 603,01 € und 2.000 €, befindest du dich im Übergangsbereich. Hier zahlst du reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, die mit steigendem Einkommen allmählich auf den vollen Satz anwachsen. Das entlastet Geringverdiener.
Tipps für die Gehaltsverhandlung
Wenn du deinen Marktwert kennst, kannst du besser verhandeln. Informiere dich über branchenübliche Gehälter – unser Ratgeber bietet viele Artikel zu Gehaltsvergleichen und Verhandlungstipps. Denk daran: Nicht nur das Brutto zählt, sondern auch Zusatzleistungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder betriebliche Altersvorsorge.
Fazit
Die Berechnung Stundenlohn und die Umrechnung von Brutto in Netto sind mit den richtigen Werten und einem guten Rechner kein Hexenwerk. Merke dir die wichtigsten Größen: Mindestlohn 13,90 €, Geringfügigkeitsgrenze 603 €, Übergangsbereich bis 2.000 €. Und denk immer daran: Dein Netto hängt von vielen persönlichen Faktoren ab – eine individuelle Berechnung ist daher immer empfehlenswert.
Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner für eine schnelle Schätzung und lies weiter in unserem Ratgeber, um noch mehr über Gehalt und Steuern zu erfahren.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meinen Stundenlohn aus meinem Monatsgehalt?
Teile dein Bruttomonatsgehalt durch die Anzahl der monatlichen Arbeitsstunden. Bei einer 40-Stunden-Woche arbeitest du durchschnittlich 173,33 Stunden pro Monat (40 × 4,33). Beispiel: 2.409 € ÷ 173,33 = 13,90 €/h. Nutze den BMAS Mindestlohn-Rechner für eine genaue Berechnung.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
Brutto ist dein Gehalt vor Abzügen. Netto ist das, was nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) auf deinem Konto landet. Die Höhe der Abzüge hängt von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und deiner Krankenkasse ab.
Wie wirkt sich die Steuerklasse auf mein Netto aus?
Die Steuerklasse bestimmt die Höhe der Lohnsteuer. In Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) zahlst du die höchsten Abzüge. In Steuerklasse III (verheiratet, besser verdienender Partner) zahlst du weniger. Steuerklasse V (verheiratet, geringer verdienender Partner) hat höhere Abzüge. Ein Wechsel kann dein Netto deutlich beeinflussen.