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Ratgeber

Brutto in Stundenlohn umrechnen: So vergleichst du Gehälter richtig

Der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn in Deutschland liegt bei etwa 28,19 € (Vollzeit, 2025). Der gesetzliche Mindestlohn steigt 2026 auf 13,90 € pro Stunde.

Warum du dein Brutto in Stundenlohn umrechnen solltest

Ob du ein neues Jobangebot bekommst oder mit deinem Chef über eine Gehaltserhöhung verhandelst: Der Stundenlohn ist die ehrlichste Kennzahl, um verschiedene Gehälter zu vergleichen. Denn ein Monatsgehalt von 4.000 € bei 35 Stunden sagt etwas ganz anderes aus als 4.000 € bei 40 Stunden. Wenn du dein brutto in stundenlohn umrechnest, siehst du auf einen Blick, ob das Angebot fair ist – und ob es über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.

Der durchschnittliche Bruttostundenlohn in Deutschland lag 2025 bei rund 28,19 € (Quelle: Destatis). Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 € pro Stunde. Wer also weniger als 13,90 € brutto pro Stunde verdient, bekommt ab 2026 automatisch mehr – vorausgesetzt, der Arbeitgeber hält sich an die Vorschriften.

So rechnest du dein Bruttogehalt in den Stundenlohn um

Die Formel ist einfach:

Bruttostundenlohn = Monatsbrutto / (Wochenarbeitsstunden × 4,33)

Der Faktor 4,33 ergibt sich aus der durchschnittlichen Anzahl Wochen pro Monat (52 Wochen / 12 Monate).

Beispiele aus der Praxis

  • Softwareentwickler (5.500 € brutto, 40 Std./Woche): 5.500 / (40 × 4,33) ≈ 31,75 €/h
  • Krankenpfleger (3.800 € brutto, 38 Std./Woche): 3.800 / (38 × 4,33) ≈ 23,10 €/h
  • Verkäufer (2.800 € brutto, 40 Std./Woche): 2.800 / (40 × 4,33) ≈ 16,16 €/h

Mit diesen Werten kannst du dein eigenes Gehalt direkt vergleichen. Schau auch in unsere Gehaltsdaten für weitere Berufsgruppen.

Vom Brutto- zum Nettostundenlohn

Dein Bruttostundenlohn ist nicht das, was am Ende auf deinem Konto landet. Vom Brutto gehen ab:

  • Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse und Höhe des Einkommens)
  • Solidaritätszuschlag (seit 2021 nur noch für höhere Einkommen)
  • Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmeranteil 2026):
  • Krankenversicherung: 8,75 %
  • Rentenversicherung: 9,3 %
  • Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
  • Pflegeversicherung: 2,4 % (kinderlos, sonst geringer)

Bei einem ledigen Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kinder bleiben netto etwa 55–65 % des Bruttostundenlohns übrig. Aus 28,19 € brutto werden so rund 15–18 € netto pro Stunde.

Wichtig: Deine tatsächlichen Abzüge hängen von vielen Faktoren ab – Kirchensteuer, Bundesland, Zusatzbeitrag der Krankenkasse. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner für eine genaue Berechnung.

Gehalt verhandeln mit dem Stundenlohn im Blick

Wenn du ein Angebot vergleichst, achte nicht nur auf das Monatsbrutto, sondern auch auf die Arbeitszeit. Ein höherer Monatslohn bei mehr Stunden kann im Stundenlohn schlechter sein als ein niedrigerer Monatslohn bei weniger Stunden.

Tipps für die Verhandlung

  1. Berechne deinen aktuellen Stundenlohn – das ist deine Baseline.
  2. Vergleiche mit Durchschnittswerten deiner Branche (siehe Ratgeber für Gehaltsbenchmarks).
  3. Frage nach dem Bruttostundenlohn – manche Arbeitgeber geben lieber Monatsgehälter an, aber du kannst selbst umrechnen.
  4. Denk an Zusatzleistungen: Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, betriebliche Altersvorsorge – sie erhöhen deinen effektiven Stundenlohn.

Der gesetzliche Mindestlohn ist die absolute Untergrenze. Wer mehr kann, sollte auch mehr verlangen. Mit dem Wissen um deinen brutto in stundenlohn bist du auf der sicheren Seite.

Fazit

Die Umrechnung von Bruttogehalt in Stundenlohn ist ein einfaches, aber mächtiges Werkzeug für alle, die Gehälter vergleichen oder verhandeln. Der Durchschnitt liegt bei etwa 28 €/h, der Mindestlohn steigt auf 13,90 €/h. Dein Nettostundenlohn hängt von Steuerklasse und Sozialabgaben ab – rechne immer individuell nach. Mit den Daten aus unserer Gehaltsdaten und dem Brutto-Netto-Rechner behältst du den Überblick.

Selbst nachrechnen

Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).

Abzugswasserfall

Vom Brutto zum Netto

Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.

€ brutto

Steuerklasse

Netto / Monat

2.513 €

Abzüge

1.987 €

Brutto
4.500 €
Lohnsteuer
1.008 €
Krankenversicherung
394 €
Rentenversicherung
419 €
Arbeitslosenversicherung
59 €
Pflegeversicherung
108 €
Netto
2.513 €

Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.

Häufige Fragen

Wie rechne ich mein Bruttogehalt in den Stundenlohn um?

Teile dein monatliches Bruttogehalt durch (Wochenarbeitsstunden × 4,33). Beispiel: 3.800 € brutto bei 40 Stunden/Woche → 3.800 / (40 × 4,33) ≈ 21,93 €/h brutto. So siehst du, ob dein Gehalt über dem Mindestlohn liegt und wie es im Vergleich zu Durchschnittswerten abschneidet.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettostundenlohn?

Der Bruttostundenlohn ist der Betrag vor Abzügen. Der Nettostundenlohn ist das, was nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialversicherungsbeiträgen (KV, RV, AV, PV) auf deinem Konto ankommt. Je nach Steuerklasse und persönlichen Faktoren können vom Bruttostundenlohn 35–45 % Abzüge anfallen.

Wie wirkt sich die Steuerklasse auf meinen Stundenlohn aus?

Die Steuerklasse bestimmt die Höhe der Lohnsteuer. In Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) ist der Abzug am höchsten, in Steuerklasse III (verheiratet, Alleinverdiener) am niedrigsten. Dein Nettostundenlohn kann daher je nach Steuerklasse stark variieren – auch bei gleichem Bruttogehalt.

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